Spanisch lernen
Antigua ist ein sehr schönes kleines Städtchen südöstlich von Guatemala City. Nicht nur wegen der kolonialen Architektur, sondern auch wegen der tollen Lage – umgeben von drei Vulkanen – zählt es bei nationalen und internationalen Touristen zu den Highlights Guatemalas, und nicht wenige Guatemalteken kommen für einen Wochenendbesuch vorbei. Die Stadt ist schachbrettartig aufgebaut, leicht zu verstehen, und fußläufig ist alles zu erreichen. Es gibt zahlreiche (hippe) Cafés auf Dachterrassen oder in Innenhöfen – für jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

Über die ganze Stadt verteilt liegen mehrere Sprachschulen, und für wenig Geld kann man wochenweise Kurse besuchen. Bei der Antigua Spanish Academy hatten wir eigentlich nur zwei Wochen geplant, doch weil es uns so viel Freude bereitet hat, haben wir noch eine dritte drangehängt.
Die Schule ist gut etabliert und sehr professionell. Der Kontakt vorab per E-Mail war zuverlässig und flott, bezahlt wird in bar zu Wochenbeginn, und am ersten Tag wird man von seiner Lehrerin oder seinem Lehrer an der Schule abgeholt und zum Unterricht begleitet. Auf dem Weg lassen sich noch die letzten Erledigungen machen – Stifte oder Papier kaufen – und dann geht’s los.
Der Unterricht findet in einem tollen Garten statt, der davor und danach zum Verweilen einlädt. Vormittags gibt es in der Pause Tostadas und andere Leckereien, und nachmittags kann man sich in den zwei benachbarten Lädchen mit Eis oder Getränken eindecken. Wer möchte, kann in einer Gastfamilie wohnen – es gibt verschiedene Angebote, zum Beispiel zusammen mit anderen Sprachschülerinnen und Sprachschülern oder auch allein. Beim Unterricht kann man zwischen einem halben Tag (vier Stunden) und einem ganzen Tag wählen. Aus unserer Erfahrung war schon der halbe Tag intensiv genug: Die Lernkurve war steil, und es blieb genug Zeit, um Hausaufgaben zu machen oder Vokabeln zu lernen.
In den drei Wochen haben wir bei zwei verschiedenen Familien gelebt und wertvolle Einblicke in das Familienleben, die Strukturen und Werte der Guatemalteken bekommen. Es ist spannend zu erleben, wie einem auf Spanisch Spanisch beigebracht wird – und dass das tatsächlich ganz gut funktioniert.

Kulinarisch lässt Antigua kaum Wünsche offen – was natürlich (auch) dem Tourismus geschuldet ist und zugleich eine nette Abwechslung zu den (absolut leckeren) Bohnen mit Reis bietet. Von Pizza über thailändische Gerichte bis zu Crêpes, Sauerteigbrot und einigen veganen Optionen ist für jeden etwas dabei.
Ein Bummel über den Mercado Central darf natürlich auch nicht fehlen: einfach treiben lassen, beobachten und sich am vielen frischen Obst und Gemüse erfreuen.
Am besten geschmeckt hat es uns im A ver quién soy Café. Den Ausblick haben wir abends in der Antigua Brewing Company genossen, und zu späterer Stunde hat uns das Café No Sé am meisten überrascht.
Wenn man mal nichts konsumieren möchte und einfach ein ruhiges Plätzchen sucht, ist die Bibliothek sehr zu empfehlen. Mit Blick auf den Innenhof lässt es sich in Ruhe arbeiten, und nach einer schnellen Registrierung gibt es kostenlosen Internetzugang.

Meine Tipps auf einen Blick
Streetfood an der Iglesia de la Merced: einfach durchprobieren – Tacos, Sandwiches, Tostadas. Nur nicht schüchtern sein und die Tostadas mit allem beladen, was dich anspricht.
Crêpes: Luna de Miel – der Laden brummt.
Thai: Ruanthai. Kleine Karte, absolut empfehlenswert. Sehr nettes Inhaberpaar: Er kommt aus dem Hotelbetrieb und hat an verschiedenen Orten der Welt gelebt; mit seiner thailändischen Frau ist er nun zurück in seine Heimat gezogen, und sie kocht ganz wunderbar.
Pizza: La Familia Pizzería. Gute Pizza, dazu leckere Brote und Kuchen.
Café: A ver quién soy Café, Fat Cat Coffee House, La Vid Coffee Roasters, Fernando’s.
Einfaches, authentisches Frühstück: Paty’s Café.
Schöner Ausblick: Café Bohème, Café Estudio.
Abends: El Barrio, Café No Sé, Antigua Cerveza – El Bosque, Antigua Brewing Company (ABC Antigua).
Weitere Aktivitäten:
Vulkan El Fuego: sicher DER Grund für viele nach Antigua zu reisen – bei uns hatte er eine Ruhepause eingelegt, und wir waren nicht oben.
Sport: Tacaná Climbing Gym.
Aussicht: Cerro de la Cruz – toller Blick über die Stadt, am besten früh am Morgen, dann ist es schön leer.
Finca La Azotea: Kaffeefarm mit einer 150-jährigen Geschichte.
Essensstände und Kirche: Iglesia Santuario San Felipe Apóstol, etwas im Norden.
Auch hier gilt: mal raus aus der hübschen Altstadt und gucken gehen, was das Umland so zu bieten hat.